Teenager aufklären

Teenager Aufklären

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In unserer heutigen Gesellschaft können Eltern leicht annehmen, dass ihre Kinder schon längst über alles im Zusammenhang mit Liebe und Sex Bescheid wissen. Kinder und Jugendliche sind mehr mit sexuellen Themen und Bildern konfrontiert als je zu vor. Studien zeigen aber, dass sie trotz all dieser vielen Eindrücke nur über wenig Wissen verfügen, dass sie tatsächlich in ihrem Leben anwenden können – auch 13- oder 14-Jährige wissen nicht alles, so dass auch Teenager aufklären zu den Aufgaben der Eltern zählt. Hier sind also immer noch die Eltern gefragt, um Wissenslücken aufzufüllen und bei offenen Fragen zur Stelle zu sein.

Die sexuelle Aufklärung sollte idealerweise bereits im Kindesalter beginnen. Denn bereits jetzt stellen Kinder die ersten Fragen, die auch alle eine ehrliche Antwort bekommen sollten. Besonders für Kinder ab dem Vorschulalter gibt es tolle Aufklärungsbücher, die eindrückliche Bilder mit nur wenig leicht verständlichem Text kombinieren. So können sich Kinder dem Thema Sexualität und Fortpflanzung spielerisch und selbstbestimmt nähern. Wenn ihr euren Kindern solche Medien zur Verfügung stellt, ist euer Job aber natürlich nicht getan. Denn gerade jetzt ist es wichtig, dass die Eltern für offene Fragen zur Verfügung stehen.

Kommen Kinder ins Teenageralter werden ihre Fragen oft konkreter und natürlich auch persönlicher. Gleichzeitig fühlen sie sich aber auch gehemmter und gehen mit Fragen möglicherweise nicht mehr so offen auf ihre Eltern zu. Für viele Eltern ist es nun schwierig, das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen, um Teenager aufklären. Wenn beiden Parteien das Gespräch unangenehm ist, ist es nur zu verlockend, es einfach immer weiter aufzuschieben. Doch diese Taktik kann Folgen haben, die für Eltern und Kinder wesentlich unangenehmer sind, als das gefürchtete Aufklärungsgespräch.

Leider wird der Sexualkunde-Unterricht in verschiedenen Schulen sehr unterschiedlich durchgeführt. Dass euer Kind dort alle nötigen Informationen bekommt, ist also nicht garantiert. Zudem kann es gut passieren, dass Kinder und Jugendliche sich während der Aufklärung in der Schule nicht trauen, Fragen zu stellen, weil sie vor ihren Mitschülern nicht unwissend erscheinen möchten. Wichtige Fragen bleiben so möglicherweise unbeantwortet, da auch den Lehrern das Thema häufig unangenehm ist oder sie ganz einfach keine Zeit haben, auf jedes Kind individuell einzugehen.

Gerade in Bezug auf Verhütung, ungewollte Schwangerschaften und Übertragung von Geschlechtskrankheiten sind viele junge Leute unglaublich uninformiert – Teenager aufklären sollte in den Familien kein Tabu sein. Das setzt natürlich voraus, dass die Eltern auf dem neuesten Stand der Dinge sind.Hier bietet das Internet eine Fülle an Angeboten.

Gut ist es, wenn ihr in verschiedenen Abschnitten der Kindheit mit euren Kinder über Aufklärung sprecht. Wenn euer Kind z.B. mit 13 komplett abblockt, weil es das Thema „total peinlich“ findet, ist es gut, wenn ihr das Gröbste schon einmal mit 12 besprochen habt, vor der Pubertät und den damit verbundenen Barrieren zwischen Eltern und Kindern. Zwingt euer Kind nicht zu einem Gespräch über ein unangenehmes Thema. Aber, so verlockend das auch sein mag, solltet ihr das Thema Aufklärung nicht als abgehakt betrachten, nur weil euer Gesprächsversuch einmal gescheitert ist. Versucht es dann einfach ein Jahr später noch einmal. Dann hatte euer Kind ein wenig Zeit für sich über das Thema nachzudenken und evtl. Fragen zu formulieren.

Vielleicht schafft ihr es ja auch, in eurer Familie dem Thema Sexualität den Tabu-Charakter zu nehmen. Beschränkt diesen Bereich des Lebens nicht auf ganz spezielle, unangenehme Gespräche unter vier Augen, und macht in Alltagsgesprächen keinen großen Bogen um alles, was mit Sex zu tun hat. Dann fällt es euren Kindern auch leichter, Fragen ganz unbefangen anzusprechen.

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